Unsere Geschichte
Was als kleine Lesegruppe in einem Kreuzberger Café begann, wurde zu einer Bewegung.
Im Herbst 2019 trafen sich vier Menschen zum ersten Mal, um über einen Roman zu sprechen. Keine große Vision, keine konkreten Pläne – nur der Wunsch, Literatur nicht alleine zu erleben.
Diese vier Menschen kamen aus verschiedenen Welten. Eine Übersetzerin aus Spanien, ein Softwareentwickler aus Japan, eine Lehrerin aus Brandenburg und ein Student aus Syrien. Was sie verband, war ihre Liebe zu Geschichten.
Wie alles wuchs
Nach dem dritten Treffen kamen zwei weitere Personen dazu. Dann vier. Innerhalb eines Jahres mussten größere Räume organisiert werden. Die ursprüngliche Gruppe teilte sich in mehrere kleinere Zirkel, jeder mit eigenem Charakter.
Manche konzentrierten sich auf klassische Literatur, andere auf moderne Autorinnen. Eine Gruppe beschloss, ausschließlich Bücher zu lesen, die in Berlin spielen oder von Berliner Schriftstellern verfasst wurden.
Unsere Philosophie
Wir glauben, dass Literatur dann am lebendigsten ist, wenn sie geteilt wird. Ein Buch alleine zu lesen ist wertvoll, doch die Diskussion darüber öffnet neue Dimensionen des Verstehens.
Heute koordinieren wir über vierzig verschiedene Lesegruppen in ganz Berlin. Jede hat ihre eigene Identität, ihre bevorzugten Genres und Treffpunkte. Einige treffen sich in Bibliotheken, andere in Parks, wieder andere in privaten Wohnungen.
Was alle verbindet: eine Atmosphäre der Offenheit. Hier gibt es keine dummen Fragen, keine falschen Interpretationen. Jede Perspektive bereichert das Gespräch.
Mehr als nur Bücher
Mit der Zeit entwickelten sich zusätzliche Formate. Workshops, in denen Teilnehmer selbst schreiben lernen. Spaziergänge durch Berlin auf den Spuren literarischer Figuren. Veranstaltungen mit Autorinnen und Autoren, die aus ihren Werken lesen und Fragen beantworten.
Ein besonders beliebtes Format sind die thematischen Abende. Einmal im Monat wählt eine Gruppe ein übergreifendes Thema – Heimat, Identität, Freiheit – und sucht Bücher aus verschiedenen Kulturen und Epochen, die sich damit beschäftigen.
"Ich habe hier nicht nur über Bücher gesprochen, sondern auch über das Leben. Manche der tiefsten Gespräche, die ich je hatte, fanden in diesem Kontext statt."
— Elena P., Mitglied seit 2020
Unsere Vision
Wir möchten Berlin zu einem Ort machen, an dem jeder Mensch Zugang zu literarischen Gemeinschaften findet. Egal, ob Sie neu in der Stadt sind oder schon lange hier leben, ob Sie Deutsch als Muttersprache sprechen oder erst lernen – es gibt einen Platz für Sie.
Literatur kennt keine Grenzen. In einer Zeit, in der die Welt oft gespalten wirkt, schaffen Geschichten Verbindungen. Sie erinnern uns daran, dass menschliche Erfahrungen universell sind, auch wenn ihre Ausdrucksformen variieren.
Jeden Monat kommen neue Menschen dazu. Manche bleiben jahrelang, andere nur für eine Saison. Beides ist in Ordnung. Das Wichtige ist der Moment des Austauschs, die Bereicherung, die entsteht, wenn unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen.
Wir sind keine kommerzielle Organisation, sondern eine gewachsene Gemeinschaft. Finanziert wird die Arbeit durch kleine Mitgliedsbeiträge und gelegentliche Veranstaltungen. Das Ziel ist nie Gewinn, sondern Zugänglichkeit.
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